5 Tipps für die effektive Führung eines virtuellen Teams

Sabrina Renz

14. Mai 2020

Erfolgreiche Führung eines virtuellen Teams

Virtuelle Teams bergen große Chancen, Mitarbeiter durch die Nutzung von Technologie effizient über große Distanzen hinweg einzusetzen. Die Anforderungen an Führungskräfte haben sich durch die digitalen Möglichkeiten jedoch deutlich verändert. Worauf bei der Führung eines virtuellen Teams besonders zu achten ist, wollen wir hier im Folgenden erläutern.

Über 70 Prozent aller virtuellen Teams scheitern

Wer die erfolgreiche Führung eines virtuellen Teams zu gewährleisten hat, wird bei den Studienergebnissen der Rochus Mummert Consulting Group sicherlich aufhorchen. Diese belegen klar, wie wichtig Managementkompetenzen gerade bei der Führung von Teams sind, welche ausschließlich mittels Kommunikationstechnologie und elektronischem Schriftverkehr interagieren. Wenn drei von vier Teams scheitern, die Führung eines virtuellen Teams jedoch als Zukunftsperspektive im Unternehmen beibehalten werden soll, braucht es neue Strategien für das Personalmanagement.

VIST-Modell oder Transformationale Führung eines virtuellen Teams

Die Autoren der Studie kommen zu dem Ergebnis, dass vor allem fehlendes Vertrauen zum Misserfolg eines virtuellen Teams führt. Die Abwesenheit realer, zwischenmenschlicher Kommunikation durch Körpersprache und Augenkontakt sei ein entscheidender Faktor bei fehlgeschlagenen Teambuilding-Prozessen. Offenheit und Vertrauen ließen sich über virtuelle Kommunikationskanäle allerdings kaum oder in sehr viel geringerem Maße erreichen. Dadurch entstehe ein Mangel an Sicherheitsgefühl.

Der „Digital Transformation Thought Leader“ der IBM Deutschland und Professor an der FOM Hochschule für Management & Ökonomie Markus H. Dahm erläutert in seinem Buch „Operational Excellence mittels Transformation Management“, dass die Führung eines virtuellen Teams sich nicht allein mithilfe des VIST-Modells bewerkstelligen lasse, sondern den Teammanager als sogenannten „Change Agent“ herausfordere. Dieser bringe seine Mitarbeiter dazu, die bisherige Arbeitsweise eigenständig zu hinterfragen, um sie von der Notwendigkeit bzw. den Vorteilen der virtuellen Methodik zu überzeugen.

5 Tipps zum erfolgreichen Management virtueller Teams

Wegen der enormen Herausforderung, vor der Manager bei der Führung eines virtuellen Teams stehen, kann es hilfreich sein, 5 wirksame und erprobte Punkte zu beachten, welche die Erfolgschancen bei der Kooperation digital vernetzter Mitarbeiterteams erhöhen.

  • Tägliche Videokonferenzen
  • Zeitliche Struktur
  • Feedback, Kommunikation und Vertrauen
  • Persönlicher Kontakt
  • Interkulturelle und Lebensstil übergreifende Verständigung

Die tägliche Videokonferenz

Ein morgendliches Meeting gehört gerade bei virtuellen Teams zur notwendigen Routine. So herrscht Klarheit über den aktuellen Projektstatus und die bisherigen Fortschritte der einzelnen Teammitglieder. Außerdem können anstehende Aufgaben verteilt und eventuelle Fragen aus dem Weg geräumt werden. Die einzelnen Mitarbeiter erhalten das Gefühl, aufeinander angewiesen und gemeinsam für den Erfolg ihres Projektes verantwortlich zu sein.

Zeitliche Struktur

Wer zusammen an einem Projekt arbeitet, muss auch in der Lage sein, Kollegen bei Problemen oder Nachfragen erreichen zu können. Vor allem bei virtuellen Teams in verschiedenen Zeitzonen ist ein hervorragendes Zeitmanagement erforderlich, um die jeweiligen Arbeitsabläufe der Mitarbeiter so aufeinander abzustimmen, dass die Arbeitszeit nicht mit dem Warten auf dringend benötigte Resultate von anderen Teammitgliedern vergeudet wird. Ein fester Tagesplan mit gemeinsamen Kernzeiten wäre unbedingt ratsam.

Feedback, Kommunikation und Vertrauen

Bei der Führung eines virtuellen Teams ist eine funktionierend Feedback-Kultur unverzichtbar. Ein Team kann nur produktiv arbeiten, wenn es spürt, dass seine Leistung anerkannt wird und Wirksamkeit entfaltet. Daher müssen die Teammitglieder nicht nur ihrem Vorgesetzten vertrauen können, sondern vor allem ihren Kollegen. Diese Kommunikation zu bewerkstelligen, ist eine der Hauptaufgaben bei der Führung virtueller Teams. Dazu ist Offenheit bei der Führungskraft und die Anerkennung individueller Unterschiede bei den Mitarbeitern nötig.

Persönlicher Kontakt

Zu einem erfolgreichen Teambuilding gehört deswegen auch der persönliche Kontakt. Viele virtuelle Teams lernen sich bei ersten Kick-off-Meetings in der realen Welt kennen. Dies stärkt den Zusammenhalt und vereinfacht später die virtuelle Kommunikation. Wenn der Mitarbeiter weiß, wen er „am anderen Ende der Leitung“ vor sich hat und wie dieser auf Fragen oder Vorschläge reagiert, reduziert das die Gefahr von Missverständnissen ungemein. Zusätzlich kann es hilfreich sein, gemeinsame virtuelle Pausen einzurichten, in denen das Team online zusammensitzt, Kaffee trinkt und sich über Themen jenseits der Arbeit austauscht.

Interkulturelle und Lebensstil übergreifende Verständigung

Die Tatsache, dass unterschiedliche Kulturen mitunter zu Schwierigkeiten bei der Kommunikation führen können, ist jedem Teamleiter hinlänglich bekannt. Darüber hinaus treten jedoch ebenfalls heftige Konflikte unter Kollegen aus demselben Kulturkreis auf, wenn diese sehr unterschiedliche Lebensstile pflegen. Das ist häufig der Fall, wenn Mitarbeiter, die Eltern sind, auf Kollegen treffen, welche in ihrer Zeiteinteilung völlig frei sind. Hier gilt es, als Führungskraft sehr behutsam zu vermitteln und unbedingt einen tieferen Konflikt zu vermeiden.

Fazit

Wie ein Projektbericht der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg zeigt, kann das Fehlen sowohl von intrinsischen Motivatoren als auch extrinsischen Hygiene-Faktoren die Leistung eines virtuellen Teams leicht in Gefahr bringen. Aus diesem Grund sollte nicht unterschätzt werden, wie wichtig die Motivation der Mitglieder für den Erfolg eines virtuellen Teams ist. Digitale Motivation muss sich also noch stärker als die analoge auf die individuellen Stärken und Kompetenzen der einzelnen Mitglieder fokussieren, um ihre Verantwortung dem Projekt gegenüber zu stärken.

Quellen

https://www.rochusmummert.com/downloads/news/EW_Virtuelle_Teams_FD.pdf

https://www.springerprofessional.de/operational-excellence-mittels-transformation-management/4300634

https://www.wiso.uni-hamburg.de/fachbereich-sozoek/professuren/schramm/archiv/projektbericht-einflussfaktoren-auf-die-motivation-virtueller-teammitglieder.pdf

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